Wozu gibt es den Friedhof?

Der Friedhof ist die Stätte, an der die Verstorbenen zur letzten Ruhe gebettet werden. Er ist mit seinen Gräbern ein sichtbares Zeichen der Vergänglichkeit des Menschen. Er ist zugleich ein Ort, an dem die Kirche die Botschaft verkündet, dass Christus dem Tod die Macht genommen hat und denen, die an ihn glauben, das ewige Leben geben wird. Aus dieser Erkenntnis und in dieser Gewissheit erhalten Arbeit und Gestaltung auf dem Friedhof Richtung und Weisung.

In der Blüte ist der Friedhof ein Zeichen des Lebens und der Auferstehung. Deshalb setzt sich die Kirchengemeinde besonders für eine lebendige Gestaltung des Friedhofs ein. Wir legen Wert auf eine naturnahe und die Biodiversität fördernde Gestaltung, sodass der Friedhof ein Ort lebendiger Natur sein kann. Das Summen der Insekten und das Flattern der Schmetterlinge kann so auch in Zeiten der Trauer ein Zeichen des Neuanfangs sein. 

Ein ökologischer Friedhof

Wie kann das gehen?

Für viele Lebewesen ist der Friedhof eine Heimat. Wie schön kann es sein, wenn ein Schmetterling auf einem Grabstein landet? Wie gut kann es tun, wenn gegen die Trauer das Singen der Vögel erklingt?

Damit der Friedhof ein Lebensraum ist, kann man bei der Grabgestaltung mithelfen. Gegen den Trend, eine Grabstelle mit Kies zu befüllen, möchten wir Ihnen einen Vorschlag machen, der zugleich pflegeleicht, kostengünstig und nachhaltig ist.

Das Haus Kirchlicher Dienste in Hannover hat sogenannte ‚Mustergräber‘ erarbeitet, an denen man sich orientieren kann. Wir haben Ihnen hier einen Vorschlag beigefügt. Weitere finden Sie unter:

Beispiele für ökologische Grabgestaltung

Tipps zur Grabpflege

Mit Stauden und Zwiebelblumen gestaltete Beete oder Gräber sind nicht nur schön anzusehen, sondern können Insekten einen Lebensraum und Nahrungsquelle (Nektar und Pollen) bieten, wenn die Blüten ungefüllt sind. Zudem sind sie weniger arbeits- und kostenintensiv, weil der Boden bedeckt ist und die saisonale Bepflanzung entfällt. Mit dieser Pflanzenauswahl beginnt das Blühen im Februar mit den Krokussen und endet mit der Fetten Henne und der Beetrose beim Einsetzen der ersten Frostnächte im Oktober.

Die (rechts) angegebenen Mengen sind für eine 2,5 x 2,5 m Fläche zusammengestellt. Die Fläche sollte frei von Wildkräutern sein und der Boden gelockert. Wie im Pflanzplan dargestellt, sollten Pflanzen ausgelegt und danach eingepflanzt werden. Mit einem organischem Volldünger die Fläche düngen (Mengen gemäß Herstellerangabe). Den Dünger leicht einarbeiten. Zum Schluss die Pflanzen gut angießen und die Fläche mit feinem Rindenmulch abdecken.

Die Blumenzwiebeln sind im Herbst im Handel erhältlich und sollten dann, wie im Pflanzplan für Blumenzwiebeln dargestellt, verteilt und anschließend gesteckt werden.

Anfang Februar (vor der Krokusblüte) die höheren Stauden knöchelhoch zurückschneiden. Sehr nährstoffarme Böden mit einem organischen Volldünger düngen (Menge nach Herstellerangabe). Die Rose und den Lavendel Ende März auf ca. 25 cm zurückschneiden. Die Katzenminze würde ein zweites Mal blühen, wenn sie nach der Blüte wieder knöchelhoch zurückgeschnitten wird. Das Beet im trockenen Sommer gießen. Regelmäßige Wildkrautentfernung (vor der Samenbildung) durch Herausziehen der Pflanze. Nachmulchen entfällt, weil die Pflanzen den Boden mit der Zeit vollständig bedecken werden.

Was haben wir bis jetzt zur Förderung der Biodiversität getan?

Zwei Projekte haben wir in den letzten Jahren in Angriff genommen: 

BiCK und Grüner Hahn

Dies sind zwei Umweltprojekte der Landeskirche Hannovers. Den größten Teil der Umsetzung dieser Projekte haben Ehrenamtliche übernommen. Die ersten Ergebnisse sind bereits auf dem Friedhof sichtbar. 

Grüner Hahn

Auch die Kirchengemeinde hat sich auf den Weg gemacht, den Friedhof nachhaltig zu gestalten und für die Zukunft fit zu machen. Ein Team rund um Helga Schuller und Joachim Gries haben viel Einsatz gebracht. Es wurden Bäume und Blumen gepflanzt. Es wurden Informationen zu den Gräbern und den Energie- und Wasserverbräuchen und vielem mehr zusammengetragen, Mitarbeitende geschult und ein ausführlicher Umweltbericht geschrieben. 

Für ihr Umweltmanagement auf dem Friedhof hat die Johanniskirchengemeinde Eschede am 27. April 2024 den „Grünen Hahn“ erhalten. Damit hat das Engagement des Umweltteams nach gut anderthalb Jahren mit mehreren Tagesseminaren in verschiedenen Kirchengemeinden in Niedersachsen, nach umfangreicher Datenerhebung und -auswertung, aber auch nach praktischen Arbeiten der Aktiven mit Spaten und Harke auf dem Friedhof Anerkennung gefunden. Der Kirchliche Umweltrevisor Dr. Gunnar Waesch aus Gütersloh nahm Kapelle und Friedhof, Garage und Geräteraum sowie die Unterlagen unter die Lupe und stellte dem Umweltteam Fragen. Zum Abschluss bestätigte er schriftlich, dass alle Anforderungen des Umweltmanagements für kirchliche Friedhöfe erfüllt werden. Das Kirchliche Umweltmanagement „Der Grüne Hahn“ auf Friedhöfen orientiert sich an der EU-Verordnung EMAS III und unterliegt einem festen Standard.

Zudem händigte Gabi Gust vom Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers das Signet „Der Grüne Hahn“ aus. Das zugehörige Zertifikat „Der Grüne Hahn“ ist für vier Jahre gültig und kann nach erneuter Überprüfung jeweils um weitere vier Jahre verlängert werden.

Infos zum Grünen Hahn

Biodiversitätscheck in Kirchengemeinden „BiCK“

Im Rahmen dieses Projekts wurde der Friedhof durch Expert*innen angeschaut und geplant, welche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität unternommen werden können. Viele helfenden Hände habe dann 15 Bäume, 60 Wildsträucher, 150 Hainbuchenpflanzen und 500 Staude sowie 4300 Wildblumenzwiebeln auf dem Friedhof gesetzt. 

 

Der gesamte Bericht ist hier zu lesen: Artikel zu BiCK in Eschede

Infos rund um BiCK

Mustergrab

  Name Blüte Farbe
30 Wildkrokus (1) 2-3 lila
30     Blaustern (2) 3-4  blau
20 Wildtulpe (3) 4-5 gelb
30 Trauben-
hyazinthe (4)
4-5 blau
20  Kopflauch (5) 5-7 lila-rot

Mustergrab

  Name Blüte Farbe
1 Rose „Bienen-
weide Weiß“
6–10     weiß
10     Gänsekresse 4–5   weiß
12 Blutstorch-
schnabel
5–6 rosa
12 Thymian 7-8 lila
12   Seifenkraut 5-7 rosa
2 Lavendel 7-8 blau-lila
2 Steinquendel    7-9 hellblau  
1 Fette Henne 9-10 rosa

Video zur Umgestaltung des Friedhof

Um sich einen Eindruck zu machen, wie es auf dem Friedhof aussieht, gibt es hier ein Video mit den Perspektiven des Friedhofs. 

Organisation des Friedhofs

Friedhofsordnungen

Die Ev.-luth. Johanniskirchengemeinde ist Träger des Friedhofs. Sie übernimmt damit eine staatliche Aufgabe, Friedhöfe für die Bevölkerung bereitzustellen. Die Kirchengemeinde ist für die Verwaltung und die Gestaltung verantwortlich. Dafür gibt es eine sog. Friedhofsordnung. Ein Friedhof wird durch Gebühren finanziert. Das heißt: Alle Kosten, die auf dem Friedhof anfallen, müssen durch die Gebühren, die bei Bestattungen anfallen, gedeckt sein. Deshalb gibt es eine sog. Friedhofsgebührenordnung. 

Nebenstehend stehend finden Sie die beiden Ordnungen.

Pflegefreie Gräber

Ruhegemeinschaft

Eine Grabstätte, ohne die Verpflichtung sich um die Grabpflege kümmern zu müssen, ist ein wiederkehrender Wunsch vieler Hinterbliebener. Eine Ruhegemeinschaft kommt diesem Wunsch mit dem Vorteil eines niedrigen Gesamtpreises nach. 

Auf einer Fläche von ca. 650qm wurde eine Ruhegemeinschaft in Form einer Heidelandschaft gestaltet. Eine Sitzbank im Grabfeld lädt den Besucher zum Verweilen ein.
In der Ruhegemeinschaft können sowohl Erdbeisetzungen als auch Urnenbestattungen stattfinden. Für beide Bestattungsformen wurden sowohl Einzel- als auch Doppelgrabstätten angelegt. Die Einzelurnengrabstätten sind angeordnet um ein Steinkreuz. Dieser Bereich wurde mit Rosen und Lavendel bepflanzt.

Wer wissen möchte, worum es bei der Ruhegemeinschaft geht, kann hier alle Informationen bekommen und auch ein Flyer für die Gemeinschafts kann hier heruntergeladen werden: 

 

Information rund um die Heidefläche

Rasengräber

Die Kirchengemeide hat auch pflegefreie Gräber in ihrem Angebot. Diese werden über 30 Jahre von der Kirchengemeinde gepflegt. Derzeit gibt es verschiedene Arten von Rasengräbern. Da wir diese pflegen müssen, gibt es einige Vorgaben besonders zu den Grabsteinen. Alle Infos dazu finden Sie in der Friedhofsordnung. 

Gemeindesekretärin

Ramona Grigoleit
Tel.: 05142 685