Den Himmel sehen

Nachricht 01. September 2018

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Schweine können nicht in den Himmel gucken. Ansonsten sind sie ja sehr vielseitige Tiere, aber ihr Körperbau lässt es einfach nicht zu, dass sie ihren Kopf in den Nacken legen können.

Für die Schweine ist das natürlich nicht weiter schlimm: Das Meiste, was für sie interessant ist, findet ja sowieso zwischen Erdboden und Futterluke statt.

Aber von der Welt über ihren Köpfen – davon, wie der Himmel aussieht – haben sie nur eine beschränkte Vorstellung.

Manchmal können Schweine den Himmel allerdings doch sehen: Nämlich immer dann, wenn er sich in einer klaren Wasserpfütze am Boden spiegelt.

Ich denke, diese Eigenschaft haben wir Menschen mit den Schweinen gemeinsam: Den Himmel – das Reich Gottes – so, wie es wirklich ist, können wir, zumindest jetzt, nicht sehen. Aber manchmal, da können wir eine Ahnung davon bekommen, wie es sein wird, wenn Gott seine Macht vollständig durchsetzt: Immer dann, wenn Menschen im Guten zusammenfinden, Grenzen überwinden, sehen, dass es viel mehr gibt, was sie verbindet, als was sie trennt. Wenn Streit beigelegt und den Schwachen geholfen wird – dann sehen wir ein unvollständiges, unfertiges Bild vom Reich Gottes, so wie das Schwein den Himmel im Spiegel der Wasserpfütze sieht. Der Apostel Paulus beschreibt das so: "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.” (1Kor 13,12)

Lassen Sie uns Ausschau halten nach diesen Momenten, in denen sich der Himmel auf Erden spiegelt.

Und noch besser: Lassen Sie uns von Zeit zu Zeit selber so ein Spiegel sein.

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Pastor Christian Relius

Christian Relius
Christian Relius
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Pastor