Pastorin Fendler verabschiedet sich

Nachricht 24. Februar 2018

„Die größte Ehre, die wir Gott erweisen können,
ist froh zu leben,weil wir um seine Liebe wissen.“

Juliana von Norwich

 

Liebe Johanniskirchengemeinde,

nun ist sie schon wieder vorbei, die Vakanzzeit, die vom August letzten Jahres bis zum Februar diesen Jahres währte. Jetzt ist - lang und mit großer Freude erwartet - unsere neue Pastorin Franziska Baden im Amt, und ich freue mich sehr für sie und ihren Mann Max, dass sie gerade in Eschede leben und wirken dürfen!

Das liegt an meinen Erfahrungen mit Ihnen und Euch. Denn hätte Christof von Butler mich im Frühjahr letzten Jahres nicht gefragt, ob ich während der Vakanzzeit mit aushelfen wolle, hätte ich vieles versäumt:

Erstmals in deutsche Konfirmandenarbeit einzutauchen, und dann gleich mit drei spitzenmäßigen Gruppen: Den Konfis der vierten und achten Klassen, die mir jegliche Angst vorm KU nahmen. Den hochengagierten „Hoyamüttern“, mit denen wir zusammen gelacht, geweint, gebetet haben. Und den mir ans Herz gewachsenen TeamerInnen, die hochverbindlich Lust zu Neuem hatten.

Dann: Unterstützende KV-Mitglieder, die nicht nur in Krisen ein offenes Ohr und Herz für mich hatten. Menschen, die mir aus den verschiedensten Anlässen, traurig wie fröhlich, ihre Tür zum Gespräch öffneten. Eine wertschätzende Zusammenarbeit mit unserem Bestatter. Helle, interaktive Gottesdienste, weil Ihr als Gemeinde innerlich und äußerlich dabei seid...

Hättet Ihr/Hätten Sie gesagt: „Ach, für die paar Monate sich auf eine neue Pastorin einzulassen, das lohnt sich doch gar nicht“ - ich hätte so manche Begegnung vermisst:

Vertrauliche Vier-Augen-Gespräche zwischendurch. Gebetsgemeinschaften live oder per Whatsapp mit Konfis oder Teamern. Autogespräche zwischen Eschede, Marwede, Eldingen, Habighorst und Kragen. Sternsingen vor offenen Türen und mit russischem Schwätzchen in der warmen Stube.

Hätte jemand nur auf Dienst nach Vorschrift gepocht, die Arbeit wäre langweiliger gewesen ohne:

Zwei wunderbar improvisierte Krippenspielaufführungen, bei denen Ihr als ganze Gemeinde wie von selbst mitmachtet - danke! Ein spontanes Mundharmonikakonzert in der Küche. Die Uraufführung der Musikband. Das Erleben von „Martin Luther“ mit den Hoyas, und und und...

 

Liebe Gemeinde,

ich staune und freue mich daran, wie engagiert und offenherzig in Johannis miteinander umgegangen wird! Wie danach gesucht wird, Gott zu ehren, indem wir auf seine Liebe bauen wollen – weil wir dann ja doch noch nicht perfekt sind, sondern auch Schmerzhaftes, Missverständliches miteinander erfahren. Aber dass in dieser Gemeinde Positives überhaupt wahrgenommen und dann auch ausgedrückt wird, dass hier Menschen, ohne lange zu fackeln unterstützen, mit anpacken, Ideen umsetzen, um eben froh im Glauben einen Weg zu gehen, das ist nicht selbstverständlich und beeindruckt mich sehr. Allen voran mein Kollege Christian Relius, dessen großer Einsatz, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft ein großer Schatz für mich ist. Und natürlich Annegret und Reinhard Graffunder, die ich in ihrer zugewandten und jederzeit unterstützenden Art als reines Geschenk „von oben“ erlebe. Viele könnte ich noch nennen.

Meine Zeit in Eschede geht am 30. April zu Ende. Auf mich wartet Neuland: Wie manche von Euch/Ihnen wissen, lebe ich in Hermannsburg in der evangelischen Communität Koinonia (www.koinonia-online.de), wo neu gestaltete Gästezimmer Menschen zu Stille, Einkehr, Auszeit einladen. Für diese Angebote möchte ich mich in den nächsten vier Jahren engagieren; Gäste aus Eschede und Umgebung sind immer herzlich willkommen – gerne auch einfach zu einem Kaffee oder Tee!

Für Ihren und Euren Vertrauensvorschuss sage ich allen, auch den vielen Unerwähnten, ein großes DANKESCHÖN! Danke für eine intensive, herzliche, für mich lehrreiche und freudemachende Übergangszeit! Die Zeit in Eschede ist mir wirklich kostbar geworden. Und ich gehe natürlich mit leichtem Herzen, weil Ihr/Euer Weg als Gemeinde durch Franziska Baden und Christian Relius wunderbar begleitet ist.

Für alle anstehenden Schritte wünsche ich uns auch weiterhin Gottes Mitgehen und eben diese Atmosphäre, wie sie in Meister Eckharts Worten durchklingt, und wie ich sie oft mit Euch erleben durfte: „Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.“

Herzlich
Pastorin Stefanie Fendler

Stefanie Fendler
Stefanie Fendler

Pastorin,
Vakanzvertretung
08/2017 - 04/2018