Gemeinde leiten – Kirchenvorstand und Pfarramt

Nachricht 01. Juni 2018

Die Gemeinde hat am 11.3. einen neuen Kirchenvorstand gewählt. Ehrenamtliche haben sich bereit erklärt, die Gemeinde zu leiten. Was aber deutet es, die Gemeinde zu leiten? Warum macht das nicht einfach die neue Pastorin?

Jede Kirchengemeinde muss einen Kirchenvorstand haben. So lapidar es gesagt ist, so grundlegend ist das in unserer Kirchenverfassung und in der Kirchengemeindeordnung bestimmt. Vor 2000 Jahren sprach aber noch niemand von Kirchenvorständen. Die Christinnen und Christen trafen sich in ihren Häusern und waren eine kleine überschaubare Gruppe. Die Kirche mit Personal und Immobilien gab es noch nicht. Dies hat sich erst im Laufe der Jahre entwickelt – bis sie im Mittelalter immer reicher wurde und immer mehr die Bischöfe das Sagen bekamen. Erst in der Reformationszeit wurde wiederentdeckt, was fast verschollen war: Jeder Mensch ist selbst verantwortlich für seinen Glauben und für seine Beziehung zu Gott. „Darum sind alle Christenmänner Pfarrer, alle Frauen Pfarrerinnen, es sei jung oder alt, Herr oder Knecht, Frau oder Magd, gelehrt oder Laie“, schreibt Martin Luther.

In ihren Ursprüngen ist die Kirche also eine Gemeinschaft Ehrenamtlicher. Aber auch in der Reformationszeit blieb die Verantwortung in den Händen der Pastoren. Erst vor ca. 90 Jahren wurde die Kirchen „durchdemokratisiert“ und die Verantwortung für die Gemeinde wurde Ehrenamtlichen übertragen. Es wurden Gremien gebildet, damit die Gemeinde nicht nur durch die Leitungsebene von „da oben“ aus Hannover geleitet wird. Es ging um die Selbstbestimmung der Gemeinde.

Der Kirchenvorstand – also ein Gremium, das aus gewählten und berufenen Ehrenamtlichen besteht – leitet gemeinsam mit dem Pfarramt die Kirchengemeinde. Das ist eine große, umfassende Aufgabe. Von der Ordnung der Gottesdienste, der Vermögensverwaltung und der Personalverantwortung bis zu den Gemeindegruppen und dem Konfirmandenunterricht reicht die Palette an Aufgaben.

Die Gemeinde leiten heißt, die besten Möglichkeiten schaffen, damit das Evangelium verkündigt und verbreitet werden kann, damit der christliche Glaube gemeinsam gelebt werden kann. Gemeindeleiten ist aber auch eine kulturelle Aufgabe.

So hat der Kirchenvorstand die Aufgabe, die christliche Perspektive und den christlichen Glauben in den kulturellen, ethischen und politischen Debatten der gesellschaftlichen Öffentlichkeit möglichst prägnant zur Geltung zu bringen. Es ist also ein Wechselspiel aus geistlichem und weltlichem Handeln.

Das hat der Kirchenvorstand mit dem Pfarramt gemeinsam zu tun. Das macht oft Spaß – es ist aber auch eine große Herausforderung: Zum Beispiel, wenn die neue Pastorin wieder eine verrückte Idee hat, aber nicht weiß, wie es hier vor Ort gemacht wird. Oder wenn der Kirchenvorstand vor allem die eigene Gemeinde im Blick hat und an die Aufgaben erinnert werden muss, die die gesamte Kirche hat. Wenn bodenständige Frömmigkeit auf theologische Expertenkultur trifft, dann kann es schon mal heiß hergehen in einer KV-Sitzung.

Das Tolle aber ist, dass alle daraus viel lernen können. Jeder und jede kann daraus im Glauben wachsen. Die größte Chance besteht in der Vielfalt der Gruppe. Jeder und jede kann ihre oder seine Stärken einbringen und so kann die Gruppe kreativ arbeiten. So kann das Beste für die Gemeinde und die Kirche entstehen.

Rund um den Kirchenvorstand sind interessierte Gemeindemitglieder immer herzlich willkommen, mitzuarbeiten an Themen wie Jugendarbeit, Kindergottesdienst, Öffentlichkeitsarbeit oder Gottesdienstgestaltung. Melden Sie sich bei den Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern oder bei Pastorin Baden.

Der neue Kirchenvorstand wird am 24. Juni um 10:00 Uhr im Gottesdienst in der Johanniskirche eingeführt und bekommt Gottes Segen für seinen Dienst zugesprochen. Herzliche Einladung!

Dort können Sie auch mit den neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern ins Gespräch kommen.

Pastorin Franziska Baden

Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung bei der Kirchenvorstandswahl lag bei 14,4% der Wahlberechtigten

Der neue KV

Kerstin Winkelmann

50 Jahre, verheiratet,
2 Kinder, Arzthelferin

Rolf Heinich

54 Jahre, verheiratet, Servicetechniker

Horst Schurig

72 Jahre, verheiratet,
3 Kinder, Betriebswirt

Ute Baden

50 Jahre, verheiratet,
2 Kinder, Bürokauffrau und Fremdsprachen-Korrespondentin/Englisch

Heike Schröder

60 Jahre, geschieden,
1 Kind, Büroangestellte

Der neue "Ersatz-KV"

Cord Schmoll

50 Jahre, verheiratet,
3 Kinder, Gärtnermeister

Christoph Brauer

56 Jahre, verwitwet,
1 Tochter, OP-Pfleger

Günter Schröder

64 Jahre, geschieden,
1 Kind, Rentner

Berufen wurde:

Laura Hellberg

26 Jahre, Studentin
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte,
KiGo-Mitarbeiterin

2. Stelle

noch offen ...