Dorfgespräch

Nachricht 10. Februar 2019

Reinhard Graffunder erzählt über 43 Jahre voller Erlebnisse

Kirchturm Neubau 1979
Neubau des Kirchturms - 1979 (Foto: Günter Franz, Eschede)

Ihm könnte man stundenlang zuhören. Reinhard Graffunder hat auf Einladung der Kirchengemeinde und BüfE am 09.02. Geschichten aus seinen 43 Jahren als Küster, Friedhofswärter, Organist und Chorleiter berichtet. „Naja, dass kannst du auch noch lernen“ – so beschrieb er seinen ersten Blick in eine Gruft als ihm klar war, dass es ab sofort zu seinen Aufgaben gehören würde, Verstorbene zu ihrer letzten Ruhe zu betten.

Von Tiefen, wie dem Brand des Kirchturmes, über Höhen, wie der Einweihung neuer Glocken: Reinhard hatte zu jedem Ereignis ein interessantes Detail parat.

Die fast 130 Gäste erfuhren, mit welchen Herausforderungen es ein Küster so zu tun bekommt. Da klingelte auch schon mal mitten in der Nacht der Wecker, um nasse Laken in die Kirche zu hängen – damit die Luftfeuchtigkeit im Kirchraum stimmt!

Besonders wichtig war ihm immer, für die Menschen in der Gemeinde da zu sein. „Das war so mein Ding, wenn Menschen was wollten, dann hatte ich ein offenes Ohr.“ Das bestätigte auch Peter Schaper, der als Steinmetz viele Jahre mit ihm zusammenarbeitete. „Wenn ich etwas von ihm brauchte, ließ er alles stehen und liegen.“

In der Kirchengemeinde wird im Team gearbeitet. „Einer muss wissen, was zu tun ist, aber wir machen es dann zusammen.“ So beschrieb Reinhard seine Arbeit. In den letzten Jahren bestand das Team vor allem aus dem erst kürzlich verstorbenen Christian Schulz und seinem Sohn Henning sowie Tommi Kuhr.

Am Ende standen gleich drei Küster auf der Bühne: Tommi Kuhr hatte diese Aufgabe seit Reinhards Rente ehrenamtlich übernommen. Nun hat Helga Schuller das Amt inne. „Es gibt so viele Details, in die man sich einfuchsen muss.“ Darum ist sie froh, dass ihr Tommi und Reinhard auch weiterhin zur Seite stehen. „Du wirst deine eigenen Spuren hinterlassen“, gab ihr Reinhard mit auf den Weg.

Maximilian Baden